„Das war klasse!“

Im November 2014 beschlossen wir in einer Ämterzusammenkunft, zu unserem nächsten Gemeindefest Gemeindemitglieder des ehemaligen Sprengels und unserer Partnergemeinden aus der Aktion „Meine Gemeinde im Schuhkarton“, welche zum IKT gestartet wurde, einzuladen. Als Termin wurde der 21.06.2015 ins Auge gefasst und später auf den 20.06.15 mit Gottesdienst am 21.06. festgelegt.

Nun liegt ein tolles Wochenende hinter uns. Alle Feedbacks waren durchgängig: „Das war klasse“. Alles hat gepasst, die Stimmung ähnelte der, wie sie die Teilnehmer des EJT, IKT und mjt in Erfurt erlebt haben. Die Gespräche wollten nicht abreißen. Nach kurzer Zeit hatte man das Gefühl alte Freunde aus Nussdorf und Mülheim wiedergefunden zu haben. Während die „Ehemaligen“ in der Vergangenheit schwelgten, gab es mit unserer Partnergemeinde Nussorf viel Spaß und Freude, immer wieder war Lachen zu hören. Die spontanen Musikbeiträge kamen sehr gut an. In der in eine Bastelstube verwandelten Sakristei war angespanntes Tun bei den Kindern zu beobachten. Susi (Susanne Richter) freute sich über eine Orgelpfeife aus unserer alten Orgel, welche sie als Dank für ihre Mitarbeit in der Gemeinde erhielt. (Die Orgelpfeife stammte noch aus der alten Orgel, auf der ihre Oma gespielt hat.) Neben den Glückwünschen zu ihrer Hochzeit haben wir sie auch mit einem weinenden Auge verabschiedet – sie wird uns fehlen – ihr neuer Wohnsitz ist Wurzen. Das junge Paar ließ uns aber wissen: „Wir kommen öfters mal nach Falkenberg.“ Immer wieder gab es interessante, kurzweilige und unterhaltsame Wort- und Musikbeiträge sowie Präsentationen. Das Wetter ließ es zu, ab und an auch im Kirchengarten zu feiern. Die Kinder kämpften mit Goliath. Es galt, den in einer Attrappe des Riesen ausgesägten Helm zu treffen. Jan Vogel aus Mülheim konnte unter Jubelrufen als König David gekrönt werden. Groß und Klein hatten Spaß an der Schokokussschleuder.

Der Bitte, das Fest mit einem Gebet abzuschließen, kam der Vorsteher der Gemeinde Nussdorf gern nach. Für einen waschechten Schwaben eine Herausforderung, unser „Hoch“deutsch zu sprechen.

Am Sonntag war die Kirche schon kurz nach 09:30 Uhr fast voll besetzt, obwohl der Gottesdienst erst 10:00 Uhr begann. Alle wollten den 12-minütigen, mit Instrumentalmusik hinterlegten Rückblick auf unsere Gemeindefeste bis 1994 miterleben. Letztlich mussten die Brüder noch Stühle herbeibringen, damit alle Platz fanden. Als Bibelwort diente: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Für das Schlusslied des Chores wurden alle Gottesdienstbesucher, die in ihrer Gemeinde im Chor mitsingen, aufgefordert, sich in den Chor einzureihen. Gemeinsam ertönte „Eins bitte ich vom Herrn“. Gänsehautfeeling stellte sich ein. Nach dem letzten Lied und einigen organisatorischen Hinweisen zum weiteren Ablauf bedankten sich unsere „Nussdorfer“ mit einem großen vasenähnlichen Glasbehälter voller Bonbons, welcher inzwischen in der Garderobe seinen Platz gefunden hat. Jede Bonbonrolle enthält die Aufschrift: „Es grüßt euch von ganzem Herzen eure Partnergemeinde Nussdorf.“

Dann ließ der Nussdorfer Vorsteher noch „die Katze aus dem Sack“ und erklärte, warum er gerade den Schuhkarton von Falkenberg gewählt hat. Er hat bei seiner Auswahl auf dem IKT die Deckel der Kartons angehoben und hineingeschaut. Wir hatten ein kleines Schnapsglas mit hineingetan, weil darauf das Falkenberger Stadtwappen und Bilder vom Rathaus und dem Kiebitzsee zu sehen waren. Das war das Signal. Denn in der Gemeinde Nussdorf betreibt eine Schwester schon seit langer Zeit eine Schnapsbrennerei. So bekamen wir eine Auswahl von Köstlichkeiten daraus geschenkt. Eine Einladung zum Gemeindefest in 2016 nach Nussdorf haben wir herzlich dankend angenommen. Den Geschwistern aus Mülheim haben wir als Andenken eine Kurzchronik der Gemeinde Falkenberg überreicht.

Dann gab es noch Herzhaftes aus der Gulaschkanone, Kaffee und Kuchen als Dessert. Der Abschied von den „Ehemaligen“ und unseren Geschwistern aus den Partnergemeinden fiel schwer und zog sich lange hin. Immer wieder Dankesbekundungen und der Wunsch, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein dürfe. Über das Wochenende könnte man ein Buch schreiben. Was war nun die Ursache, dass das so toll war? War es, die gute Vorbereitung, die Stimmung unserer Gäste, der liebe Gott selbst, unsere Vorfreude, waren es die vielen Helfer, die sich am Samstag ab 09:00 Uhr einfanden, oder unsere Gebete?

Wie auch immer man antwortet, es stimmt.

„Freuet euch ihr Himmel, und die ihr darin weilt“, das haben wir erlebt.

Nochmals vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben. Herzlichen Dank an alle, die gekommen sind.

D.F.; Bilder: V.R. u. R.G.